Ellen Auerbach
80 Seiten mit 65 Abbildungen in schwarz/weiß
Format 17cm x 24cm
Klappenbroschur
Für das Käthe Kollwitz Museum Köln herausgegeben von Hannelore Fischer
Photographien von Ellen Auerbach (1906 – 2004) gelten heute als Ikonen der Avantgarde. Sie entstanden 1929 bis 1933 in ihrem Berliner Photostudio ringl + pit. 1933 veränderte die Emigration über Palästina und London nach New York ihr Leben einschneidend. In ihrer künstlerischen Arbeitsweise stehen nicht mehr kunstfertige Inszenierung und technische Perfektion im Vordergrund, sondern das photographische Festhalten des richtigen Moments auf der Suche nach dem Wesentlichen. In dieser Publikation werden die verschiedenen Stationen ihres künstlerischen Schaffens nachgezeichnet. Neben Ellen Auerbachs berühmten Arbeiten erweitern noch nie publizierte Erstvergrößerungen die Sicht auf ihr photographisches Œuvre. Ihr künstlerischer Nachlass befindet sich heute in der Kunstsammlung der Akademie der Künste, Berlin.
Das Käthe Kollwitz Museum
1985 wurde am 40. Todestag der Künstlerin in Köln das erste Käthe Kollwitz Museum gegründet, einzigartig mit seiner heute weltweit umfangreichsten Kollwitz- Sammlung. Träger ist die Kreissparkasse Köln. Im Bereich der Druckgraphik befinden sich alle großen Folgen in der Sammlung, Marksteine nicht nur in der Entwicklung des Werkes von Käthe Kollwitz, sondern auch der Druckgraphik des 20. Jahrhunderts allgemein. Raritäten der Sammlung sind die komplett vorhandenen Kollwitz-Plakate. Unter den Zeichnungen, die einen Schwerpunkt bilden, besitzt das Kölner Museum einige der ausdrucksvollsten Blätter. Neben dem graphischen Werk von Käthe Kollwitz aus fünf Schaffensjahrzehnten sind ihre fünfzehn museal greifbaren Bronzeplastiken in seltenen frühen Güssen von besonderer Bedeutung. Zusammen mit der Kopie des trauernden Elternpaares in der Kirchenruine Alt St. Alban und dem Grabrelief Levy auf dem Jüdischen Friedhof ergibt sich in Köln die einzigartige Möglichkeit, auch das bildhauerische Gesamtwerk der Künstlerin zu überblicken.
wurde am 20. Mai 1906 als Tochter einer jüdischen Familie in Karlsruhe geboren. Bevor sie sich der Photographie widmete, studierte sie von 1924 bis 1928 zunächst in Karlsruhe und dann in Stuttgart Bildhauerei und Zeichnung. 1929 begann Ellen Auerbach eine Ausbildung bei dem Bauhaus-Photographen Walter Peterhans in Berlin und eröffnete dort wenig später zusammen mit Grete Stern das erfolgreiche Photostudio ringl + pit. Bereits 1933 emigrierte sie nach Palästina und gründete in Tel Aviv das Photoatelier Ishon, das sich auf Kinderportraits spezialisierte. Die arabischen Aufstände zwangen sie 1936, das Land zu verlassen. Über London gelangte sie schließlich in die USA. Ein großer Teil ihrer Photographien entstand auf zahlreichen Reisen, etwa nach Südamerika, Griechenland oder Mallorca. 1955/56 bereiste Ellen Auerbach gemeinsam mit dem Photographen-Kollegen Eliot Porter vier Monate lang Mexiko, um Kircheninterieurs zu dokumentieren. Ende der 1950er Jahre wandte sie sich einem gänzlich neuen Bereich zu: der Erziehungs- und Lerntherapie von Kindern, in dem sie noch über 20 Jahre arbeitete. Am 30. Juli 2004 starb sie im Alter von 98 Jahren in New York. Seit den 1970er Jahren gab es zahlreiche Ausstellungen zunächst ihrer frühen Arbeiten in den USA, Argentinien und Europa. In den vergangenen Jahren erfuhr auch ihr photographisches Werk jenseits von ringl + pit seine späte Würdigung.