Region und Sprache

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Uns Sproch es Heimat

Köln, Karneval und kölsche Sprache – dieser Dreiklang prägt seit jeher das Programm unseres fast 200 Jahre alten rheinischen Traditionsunternehmens. Und in dieser Karnevalssession liegen wir damit so richtig wie noch nie: Denn »Uns Sproch es Heimat« lautet das Motto der Kölner Karnevals 2019. Wir beschäftigen uns mit der fünften Jahreszeit allerdings auf unsere ganz eigene Art: hintergründig-feuilletonistisch oder auch wissenschaftlich unterbaut, aber niemals provinziell oder Köln-tümelnd.


Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass der Ruf Alaaf schon fünfhundert Jahre alt ist, aber erst seit zweihundert Jahren zum Karneval gehört? Dass sogar John F. Kennedy »Kölle Alaaf!« rief? Dass sich die Bischöfe von Köln und Lüttich im Mittelalter Jecken hielten – Hofnarren? Dass der Karneval eigentlich alle Merkmale einer Parallelgesellschaft hat? Oder dass für die Gardekorps der Nachkriegszeit ausgerechnet Känguruschwanzsuppe aus Dosen als Ausweis von Luxus und gutem Geschmack galt?


All das und unendlich viel mehr breiten unsere Autoren in ihren Werken aus. Jeder, der den kulturellen Traditionen des Rheinlands verbunden ist, wird sich unweigerlich festlesen.

Kamelle!

(wörtlich »Bonbons!«), vom Rand des Zugweges aus gerufen, ist die Aufforderung an die Jecken im Zoch, mit dem Werfen nicht nachzulassen, auch wenn es Strüssjer oder Gummibärchen sind, die da geworfen werden.
(aus: Kölsch – Porträt einer Sprache)

Veedel

Als Veedel wird in Köln das Stadtviertel bezeichnet; die karnevalistischen Umzüge in den Vierteln, die Veedelszöch, finden am Karnevalssonntag statt.
(aus: Kölsch – Porträt einer Sprache)

Wieverfastelovend

Auf Kölsch nennt man den Donnerstag, an dem die heiße Phase des Karnevals beginnt, Wieverfastelovend, ein Wort, das im Rheinland als Weiberfastnacht und nicht als Frauenkarneval verhochdeutscht wurde.
(aus: Kölsch – Porträt einer Sprache)

Alaaf

ein Ausruf, Lob- u. Trinkspruch wie Hoch! oder Hurra!, entstanden aus all-ab, kölsch all-aaf, durch starke nachdrückliche Betonung des af gedehnt; Sinn: alles (andere) weg; Köln vorab, vor allem (oder allen) anderen, oben (bovven) an.
(aus: Neuer kölnischer Sprachschatz)

Georg Cornelissen

Georg Cornelissen

Autorenporträt

(geb. 1954) ist Sprachwissenschaftler beim LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte Bonn. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zu den Dialekten und Regiolekten zwischen Niederrhein und Eifel, zur regionalen Sprachgeschichte und zur vergleichenden Dialektforschung im deutsch-niederländischen Grenzraum veröffentlicht.

Kölsch – Porträt einer Sprache

Erscheint im Dezember 2018

Kleine Sprachgeschichte von Nordrhein-Westfalen

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Bütt, Bütte

als »Fass, Wanne« im gesamten Rheinland verbreitet, oft als Waschbütt (Ab inne Bütt mit dir Schmierlapp!) oder speziell in Köln und Umgebung als Karnevalsbütt (Redekanzel für Büttenreden). mit etwas in die Bütt gehen meint im Rheinland deshalb »etwas öffentlich machen«.
(aus: Wo kommt dat her?)

Jeck

Narr, Dummkopf, Fastnachtsfan, Karnevalist Jede Jeck is anders (bekanntes Motto im Kölner Karneval). Wat bis du denn vonne Jeck? Nicht unbedingt abwertend, auch ehrlich und liebevoll gemeinter Ausdruck von Respekt oder Sympathie Du lieber schöner Jeck!
(aus: Wo kommt dat her?)

Fastelovend

heißt im Rheinland der Fastenabend, also der Karneval. Eine zentralrheinische Variante ist Fasteleer »Fastnacht«, die aus Fastelerum entstanden ist, einer gebildet-latinisierenden Spielform des 19. Jahrhunderts, die heute wieder verschwunden ist.
(aus: Wo kommt dat her?) 

bützen

freundschaftliches Küssen (auch »französisch küssen« genannt als »küssen mit geschürzten Lippen«) auf die Wange oder den Mund; im zentralen Rheinland wird besonders zu Karneval viel jebützt: Die jecken Weiber da, sie sin auch nur am bützen den ganzen Tach. Ein unverbindlicher Kuss ist entsprechend ein Butz oder Bützje.
(aus: Wo kommt dat her?)

Peter Honnen

Peter Honnen

Autorenporträt

(geb. 1954), ebenfalls Sprachwissenschaftler beim LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte Bonn, hat zahlreiche Publikationen zu den Dialekten im Rheinland, zu Sprachinseln und alten Geheimsprachen geschrieben. Dabei hat er sich immer wieder mit dem Wortschatz der rheinischen Alltagssprache befasst.

Wo kommt dat her?

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