Verlagsgeschichte

Der Verleger Anton Greven (1793–1870) nach einem Gemälde von Adolf Schlesinger, 1841.

Die Geschichte des Greven Verlags Köln begann mit einem Missverständnis: am 26. April 1949 erhielt Sigurd Greven (1908–1981) vom Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen die »Lizenz für das Buchverlagswesen gemäß Verordnung der Militärregierung«. Er war zu dieser Zeit mit dem Wiederaufbau eines bereits über 120-jährigen Medienunternehmens beschäftigt, das sein Vorfahr Anton Greven (1793–1870) 1828 mit dem »Fremden-Blatt der Stadt Köln« begründet hatte. Als ein historisch gewachsener Spezialist für Adressbücher und andere Verzeichnismedien, hatte die »Greven’s Verlag KG. Köln« nun die offizielle Erlaubnis bekommen, auch Sachbücher und Belletristik zu drucken und zu verlegen. Die Pragmatik der Nachkriegszeit brachte dem Verlag frühe Titel wie »Das Schaumsauer-Verfahren« des Bäckermeisters Richard Lubig aus Bonn (»154 kg Brot aus 100 kg Mehl!«) ein, prominente Erinnerungen von allen Seiten des politischen Spektrums (Carl Severing, Carl Schmitt, Otto Abetz) und den schnellen Pfenning mit traditioneller Jugend-Abenteuerliteratur.

Verlagsgründer Sigurd Greven
(1908–1981)

Gleichwohl setzte Sigurd Greven auf bleibende Themen und damit einen Schwerpunkt auf die Kölner Kunst und Kultur: Der Leiter der Domschatzkammer, Joseph Hoster, schrieb einen mehrsprachigen »Wegweiser durch den Kölner Dom«. Fritz Fremersdorf, Direktor des Römisch-Germanischen Museums, veröffentlichte eine Beschreibung des berühmten Dionysos-Mosaiks.
Sein bis heute erfolgreiches Programm mit Büchern zur Sprachkunde und -pflege am Rhein begründete der Greven Verlag 1956 äußerst nachhaltig mit dem ersten Band von Adam Wredes »Neuem kölnischen Sprachschatz«, der bis heute in 14 Auflagen erschienen ist (letzte Neuausgabe 2017).
Ebenfalls bereits in den 1950er Jahren entstanden Fotokunstbücher und Bildbände mit regionalen Themen: »Cologne intime«, »Unter Krahnenbäumen. Bilder eine Straße« und »Romanik am Rhein« von Chargesheimer, »Aachen«, »Bonn« und »Bad Godesberg« mit Bildern von Hermann Weisweiler.

So entstanden Traditionen, denen der Greven Verlag Köln bis heute verpflichtet ist: verlegerische Ortsverbundenheit in den Themen, die das gesamte Rheinland und Nordrhein-Westfalen abdecken, und ein handwerkliches und ästhetisches Medienbewusstsein für Bücher und Fotografie, die dem Druckwerk bleibende Relevanz verleihen.